Postbariatrische Chirurgie

Postbariatrische Chirurgie

Was sind bariatrische und postbariatrische Operationen?

Die bariatrische Chirurgie, auch als Adipositaschirurgie bekannt, umfasst Magen- und Darmoperationen, die von Allgemeinchirurgen bei übergewichtigen oder stark übergewichtigen (adipösen/morbid adipösen) Personen durchgeführt werden, die trotz Medikamenten, Diät und Bewegung nicht abnehmen können.
Diese Eingriffe, die heutzutage immer häufiger durchgeführt werden, ermöglichen eine erhebliche Gewichtsreduktion in kurzer Zeit.
Als Folge dieses massiven Gewichtsverlusts kommt es jedoch bei vielen Patientinnen und Patienten zu Hauterschlaffungen und Gewebeüberschüssen.
Die von plastischen Chirurgen durchgeführten Eingriffe zur Korrektur dieser Deformitäten werden als postbariatrische Chirurgie bezeichnet.

Warum erschlafft die Haut?

Die Elastizität der Haut wird durch elastische Fasern im Gewebe gewährleistet. Wenn man die Haut mit einem elastischen Stoff vergleicht, übernehmen diese Fasern die Funktion des Elastans (Lycra) im Gewebe.
Wird ein Stoff überdehnt und längere Zeit so belassen, kehrt er nicht in seine ursprüngliche Form zurück und wirkt schlaff oder deformiert.
Dasselbe gilt für unsere Haut: Durch Übergewicht werden die elastischen Fasern gedehnt oder reißen, was nach einer Gewichtsreduktion zu Hauterschlaffungen und Dehnungsstreifen führt.

Was wird bei der postbariatrischen Chirurgie gemacht und wann ist der richtige Zeitpunkt?

Das Ausmaß der Deformation hängt von der Hautqualität und dem Bewegungsverhalten der Patientin oder des Patienten ab, daher ist die postbariatrische Chirurgie kein standardisiertes Verfahren. Jede Behandlung wird individuell geplant.
Häufig betroffene Körperregionen sind Bauch, Brüste, Oberarme und Oberschenkel.
Je nach Bedarf können die Eingriffe einzeln oder kombiniert durchgeführt werden.

Der Zeitpunkt des Eingriffs ist von großer Bedeutung:

Nach einer bariatrischen Operation sollten mindestens 18 Monate vergangen sein, und das Körpergewicht sollte in den letzten 6 Monaten stabil geblieben sein.
So wird sichergestellt, dass der Gewichtsverlust abgeschlossen ist und die verbleibenden Hautüberschüsse ihre endgültige Form erreicht haben.

Worauf sollte man bei der Entscheidung für eine Operation achten?

Auch wenn postbariatrische Eingriffe häufig zu den ästhetischen Operationen gezählt werden, sollten sie als rekonstruktive Chirurgie betrachtet werden.
Es ist wichtig, dass die Patientinnen und Patienten über die bleibenden Narben informiert sind und diese akzeptieren.
Außerdem sollten sowohl Patient als auch Operateur wissen, dass diese Eingriffe komplexer sind als einfache Straffungsoperationen wie Bauchdeckenstraffung oder Bruststraffung.

Viele dieser Patientinnen und Patienten leiden infolge des starken Gewichtsverlusts unter Mangelernährung, Spurenelement- und Vitaminmangel, Anämie sowie hormonellen und immunologischen Schwankungen.
Daher müssen mögliche Komplikationen wie Blutungen, Wundheilungsstörungen oder Infektionen sorgfältig berücksichtigt und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

Diese Operationen sollten daher ausschließlich in voll ausgestatteten Kliniken und von erfahrenen plastischen Chirurgen durchgeführt werden.

Arten postbariatrischer Eingriffe

• Bruststraffung (Mastopexie):
Wenn nach dem Gewichtsverlust genügend Gewebe vorhanden ist, reicht eine klassische Bruststraffung aus. Bei fehlendem Volumen kann eine kleine Silikonprothese eingesetzt werden, um die Brust zu füllen.

• Oberarmstraffung (Brachioplastik):
Erschlaffungen im Oberarmbereich werden durch eine Kombination aus Fettabsaugung und chirurgischer Hautentfernung korrigiert. Die Narbe wird an der Innenseite des Arms platziert und ist dadurch weitgehend unauffällig.

• Oberschenkelstraffung:
Durch einen Schnitt an der Innenseite des Oberschenkels wird überschüssige Haut entfernt und das Gewebe gestrafft. Wenn trotz Gewichtsreduktion Fettgewebe verbleibt, kann die Operation mit einer Fettabsaugung kombiniert werden.

• Bauchdeckenstraffung (Abdominoplastik):
Dabei werden überschüssige Haut und Fettgewebe im Bauchbereich entfernt. Falls erforderlich, können die Bauchmuskeln gestrafft und eventuelle Hernien gleichzeitig korrigiert werden. Das Ergebnis ist ein flacher, fester Bauch.

Postbariatrische Eingriffe können kombiniert durchgeführt werden, je nach Bedarf der Patientin oder des Patienten.
Die Genesungszeit hängt von der Art der Eingriffe ab, jedoch können die meisten Patientinnen und Patienten innerhalb von 1 bis 3 Wochen wieder in ihr soziales und berufliches Leben zurückkehren.

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